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Der Kohlemeiler

 

Ab Ende August setzt der Köhler den Meiler auf: Schicht um Schicht wird das Holz gestapelt, anschliessend mit Erde und Laub gedeckt. Angezündet wird der Meiler am 10./11. September 2027 – danach schwelt er elf Tage ohne Unterbruch.

Während dieser ganzen Zeit ist der Köhler permanent vor Ort. Er hält Tag und Nacht Brandwache, reguliert die Luftzufuhr und sorgt dafür, dass aus dem Holz am Ende das wird, was es werden soll: Holzkohle. Nach dem Fest kühlt der Meiler selbständig aus; die Kohle wird zu einem späteren Zeitpunkt abgepackt.

Der Kohlemeiler wird von den zwei Köhlern,  Ditschwiler Peter und Hassler René betrieben. 

Die Herstellung von Holzkohle ist ein uraltes Handwerk. Im alten Ägypten wurden die gewonnenen Teeröle zum einbalsamieren der Toten verwendet. Man benutzte den Teer um Speerspitzen aus Feuerstein am Holz zu befestigen. Ebenso wurden Fässer und Schiffe damit abgedichtet. In der Bronze –und Eisenzeit brauchte man die Holzkohle um aus den Erzen Metalle herauszuschmelzen. Die dafür erforderliche Hitze (ca. 1400 Grad) konnte mit Holz nicht erreicht werden. Neben den Gold –und Hufschmieden, den Eisengiessereien, Ziegeleien und Glashütten brauchte man die Holzkohle auch für die Herstellung von Schwarzpulver. Ebenso wurde in der Medizin die Wirkung der Holzkohle erkannt.

Die grosse Nachfrage nach Holzkohle führte im 16. Jahrhundert zur Holzknappheit. Grosse Wälder wurden abgeholzt. Dies führte immer wieder zu Neuregelungen der Holznutzung. Mit dem Ausbau der Eisenbahnen und der Verkehrswege wurde die Holzkohle immer mehr durch die Steinkohle verdrängt. Auch gewann Strom und Gas als Energieträger immer mehr an Bedeutung. Während des ersten und zweiten Weltkrieges wurde die Holzkohle vom Gewerbe, der Industrie und der Armee wieder begehrt (Holzvergaser etc.). Heute wird die Holzkohle vor allem noch für Grillzwecke gebraucht.

Damit auch die nächsten Generationen etwas von dieser Handwerkskunst, die sich praktisch nie verändert hat, erfährt, sollen die Holzkohlenmeiler auch in Zukunft qualmen!

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